Coronakrise: Die stern-Seelsorge: 30 Experten helfen Ihnen in der Krise

Coronakrise: Die stern-Seelsorge: 30 Experten helfen Ihnen in der Krise

"Der Ausbruch des neuen Coronavirus macht vielen Menschen Angst. Die massiven Einschränkungen im Alltagsleben verstärken die psychische Belastung zusätzlich. Um mit der Krisensituation hilfreich umzugehen, ist es entscheidend, das seelische Gleichgewicht nicht zu verlieren". Das schreibt die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Neurologie und Psychosomatik in einem Rundbrief zur Corona-Krise.


Benedikt Waldherr, der Vorsitzende des Bundesverbandes deutscher Vertragspsychotherapeuten, warnt davor, dass gerade Menschen, die möglicherweise vorher schon seelisch angeschlagen waren, jetzt ihren Halt verlieren könnten. "Das kann bis zur Suizidalität führen", so Waldherr. Aber auch die, die bisher ganz stabil durchs Leben kamen, können durch das, was gerade passiert, in erhebliche Not rutschen.





stern startet Telefonseelsorge


In einer einmaligen Aktion haben sich jetzt auf Initiative des stern mehr als 30 Psychotherapeutinnen, psychiatrische Ärzte, Seelsorgerinnen, Coaches und Krisenhelfer aus ganz Deutschland zusammengetan, um mit stützenden Gesprächen zu entlasten, Mut zu machen und mit konkreten Hinweisen zu helfen. Sie sind - über unsere Koordinatorin Kathrin Contzen - direkt und einfach zu erreichen, sie nehmen sich Zeit.


So geht es: Wer Rat oder Hilfe braucht, kann sich unkompliziert mit unserer Koordinierungsstelle in Verbindung setzen. Kathrin Contzen, Coach und ausgebildet in Krisenintervention, ist am Dienstag, Donnerstag und Sonntag zwischen 16 und 18 Uhr telefonisch erreichbar - die Nummer lautet: 0172/1390173.

Außerdem sichtet und bearbeitet sie an sieben Tagen die Woche zwischen 9 und 20 Uhr Emails. Die Adresse lautet: seelsorge@stern.deSie stellt in Absprache mit Ihnen den Kontakt zu einem unserer Experten her. Ihre Daten werden in Absprache mit Ihnen an einen Experten weitergegeben, bleiben ansonsten aber streng vertraulich. (Siehe hierzu: Datenschutz)


Es sind Experten, die fast alle viel beschäftigt sind, in ihren Praxen, als Autoren, als Seelsorgerinnen, als Berater, sie alle sind geübt darin, sich schnell einen Eindruck zu machen, worin das zentrale Problem besteht. So sicher es leider ist, dass sich die Unsicherheit, wie es mit dem Virus und seinen Folgen weitergeht, im Moment nicht aufheben lässt – durchaus aber lässt sich der Umgang mit der Situation lernen oder ändern. 

"Reden Sie darüber, wie es Ihnen gerade geht"


"Gemeinsam auf die Ressourcen zu schauen ist wichtig“, sagt die Psychologin Stefanie Stahl, die den Bestseller "Das Kind in dir muss Heimat finden" geschrieben hat. "Katastrophen-Szenarien beziehen sich immer auf die Zukunft", sagt sie, "es kommt darauf an, im Jetzt zu bleiben und sich eine gute Struktur zu schaffen."


Es kann sehr helfen, zusammen mit einem Experten zu ergründen, was gerade durch den Druck in der Beziehung, im Umgang mit den Kindern oder mit Angehörigen falsch läuft - und wie man sich selbst entlasten kann. Die Kommunikationstrainerin Anita Hermann-Ruess sagt: "Viele Menschen geben in der Not Seiten von sich preis, die ihre Mitmenschen so nicht kannten: ihr kommunikatives Stressprofil. Jeder geht anders mit Krisen um - und rationale Appelle nutzen oft wenig." Sie empfiehlt: "Reden Sie darüber, wie es Ihnen gerade geht, was Sie brauchen, was Ihnen wichtig ist - und fragen Sie genau das Ihre Gegenüber".





Das Zusammensein auf engem Raum ist für Familien eine große Herausforderung. Einen überschaubaren Zeitraum von ein, zwei Wochen ist so etwas meistens noch ganz gut zu ertragen, es kann sogar eine Art Abenteuer sein. Dann aber können die Spannungen so zunehmen, dass sich Aggressionen in Wutausbrüchen entladen. Das ist gefährlich - besonders für Frauen und für Kinder.


Jaque-Rodney, Michaela Huber, Stefanie Stahl, Christian-Peter Dogs, die frühere Bischöfin Margot Käßmann, der Paartherapeut Oskar Holzberg, die Ordensfrau und Autorin Melanie Wolfers, der Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer, die auf Schreibabys spezialisierte Ärztin und Psychotherapeutin Margret Ziegler und viele, viele mehr sind jetzt da. Sie helfen. Die Gespräche stellen keinen Ersatz für eine Psychotherapie dar. Aber sie können ermutigen und dazu beitragen, entspannter und sicherer mit der Situation umzugehen. Unsere Experten haben außerdem sinnvolle, weitere Adressen (siehe unsere Fotogalerie).