Covid-19: Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Coronavirus

Covid-19: Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Coronavirus



In Deutschland gibt es aktuell neue Covid-19-Fälle, die Ausmaße der Ausbrüche sind noch nicht abzusehen.


Die SZ fasst zusammen, was man jetzt wissen sollte.


Mein Kind hat Fieber, ist es das neue Coronavirus?


Höchstwahrscheinlich ist es nicht das neue Coronavirus, doch nachdem neue Krankheitsfälle in Deutschland aufgetreten sind, muss bedacht werden, wo sich die Familienmitglieder in den vergangenen Tagen aufgehalten haben. Influenzaviren breiten sich zurzeit rapide in Deutschland aus. Auch einfache Erkältungen greifen gerade um sich. Wer sich krank fühlt, sollte sich - zunächst telefonisch - an den Hausarzt oder die Hausärztin wenden. Sie können beurteilen, ob ein Test auf das neue Coronavirus angezeigt ist.




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Woran erkennt man eine Infektion?


Ohne einen Test im Labor lässt sich eine Infektion mit dem neuen Virus nicht sicher diagnostizieren. Zu Beginn kann sich die Infektion wie eine gewöhnliche Erkältung mit Husten und Fieber anfühlen. In schweren Fällen kann sich eine Lungenentzündung entwickeln und Atemnot hinzukommen. Die Inkubationszeit der neuen Coronaviren liegt zwischen zwei und 14 Tagen. Influenzaviren hingegen machen meist schlagartig sehr krank, mit Fieber und Gliederschmerzen ein bis zwei Tage nach der Infektion. Hat man den Verdacht, an einer Infektionskrankheit zu leiden, sollte man seinen Arzt anrufen. Unbedingt sagen, falls und weshalb man den Verdacht hat, das Coronavirus zu haben.


Wie gefährlich ist der neue Erreger?


Genau lässt sich das zurzeit nicht sagen. Die WHO hat kürzlich Schätzungen vorgelegt, nach denen 0,3 bis 1 Prozent aller mit dem Coronavirus Infizierten sterben. Allerdings ist diese Angabe noch unsicher. Bei den verwandten Erregern von Sars und Mers war dieser Anteil mit 10 beziehungsweise 35 Prozent deutlich höher. Während einer durchschnittlichen Grippesaison liegt die Sterblichkeit durch Influenzaviren bei 0,1 Prozent der Infizierten. Wie viel höher die Sterberate durch das neue Coronavirus ausfalle, werde man nach dem Ende der Epidemie sehen, sagte der Präsident des Berliner Robert-Koch-Instituts Lothar Wieler. Für ältere Männer mit Vorerkrankungen scheint der Erreger besonders gefährlich zu sein. Kinder sind zwar nicht immun, doch verläuft die Krankheit bei ihnen in der Regel mild - so wie insgesamt die allermeisten Covid-19-Erkrankungen. Bei etwa 14 Prozent der Patienten kommt es jedoch zu schweren Symptomen wie Atemnot. Lebensbedrohlich durch Atemstillstand, septischen Schock oder Multiorganversagen wird Covid-19 für knapp fünf Prozent der Infizierten.




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Wie zuverlässig ist der Test auf das Virus?


Der Test gilt als sehr zuverlässig. Allerdings ist kein Test je hundertprozentig treffsicher. Zudem können Fehler in der Entnahme oder Handhabung der Proben das Ergebnis verfälschen.


Warum müssen Verdachtsfälle isoliert bleiben, wenn der Test negativ ausfällt?


Die derzeit verfügbaren Tests weisen Erbgutstücke des Coronavirus in Abstrichen oder Spülungen der Atemwege nach. Bei symptomfreien Verdachtsfällen kann es sein, dass die Zahl der Viren noch zu gering für diesen Nachweis ist. Diese Personen müssen isoliert oder unter häuslicher Quarantäne bleiben, bis die Inkubationszeit von zwei Wochen vorüber und keine Erkrankung aufgetreten ist.


Wie kann man sich schützen?


Warmes Wasser und Seife sind die besten Waffen gegen die meisten Infektionskrankheiten und auch gegen das neue Virus. Die WHO empfiehlt häufiges Händewaschen als erste Schutzmaßnahme. Abstand halten zu seinen Mitmenschen macht es Viren ebenfalls schwer, neue Wirte zu finden. Ist jemand mit dem Virus infiziert, verteilen sich mit jedem Atemzug Viruspartikel in der Umgebungsluft. Ein bis zwei Meter Mindestabstand empfiehlt das Robert-Koch-Institut (RKI), wenn jemand hustet, niest oder sonst wie "krankheitsverdächtig" ist. "Diese Maßnahmen sind in Anbetracht der Grippewelle aber überall und jederzeit angeraten", heißt es auf der Webseite des RKI. Außerdem gilt: Hände raus aus dem Gesicht. So verhindert man, dass Viren, die man an Türklinken oder anderen Oberflächen aufgenommen hat, in Augen, Nase oder Mund gelangen. Das sind die wesentlichen Einfallstore für Viren dieser Art in den menschlichen Körper. Regelmäßige Nasenspülungen mit Salzwasser schützen laut WHO nicht vor dem Erreger.





Hilft ein Mundschutz?


Tragen Kranke eine Gesichtsmaske, so verteilen sie zumindest weniger Viren in der Umgebung. Unter Umständen kann eine Maske auch vor Infektionen schützen. In jedem Fall erinnert eine Maske daran, nicht mit den Fingern ins Gesicht zu fassen.



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Wie lange lebt das Virus außerhalb des menschlichen Körpers?


Dazu gibt es noch keine zuverlässigen Angaben. Die WHO macht auf ihrer Webseite jedoch klar, dass von gewöhnlichen Paketlieferungen aus China keine Gefahr ausgeht. Auch eine Übertragung durch Lebensmittel ist unwahrscheinlich, solange die Hygieneregeln eingehalten werden.


Wird das Virus übertragen, bevor Symptome auftauchen?


Es ist davon auszugehen, dass bereits Patienten mit ersten, sehr schwachen oder unklaren Symptomen wie Rückenschmerzen das Virus übertragen können. Anders als andere Coronaviren vermehrt sich Sars-CoV-2 zuerst im Nasen-Rachen-Raum. Schwer wird die Erkrankung, wenn der Erreger einen Etagenwechsel in die Lunge vollzieht. Es kann also sein, dass ein leicht verschnupfter, ansonsten fit wirkender Infizierter den Erreger bereits verbreitet.


Verschwindet das neue Coronavirus im Frühjahr von selbst wieder? Es gibt Erreger wie zum Beispiel Grippeviren, die eine starke Saisonalität zeigen und sich bevorzugt im Winter verbreiten. Dass dies auch beim neuen Coronavirus der Fall wäre, ist derzeit aber nur eine Hypothese. Laut Robert-Koch-Institut wird man erst im Sommer wissen, ob es einen Zusammenhang zwischen der Verbreitung von Sars-CoV-2 und der Jahreszeit gibt.


Warum soll man sich jetzt noch gegen Grippe impfen lassen? Covid-19 verläuft vor allem bei Menschen schwer, die bereits krank sind. Das gilt auch für Infektionskrankheiten. Wer Keuchhusten, eine Lungenentzündung oder eben die Grippe hat und sich zusätzlich eine Infektion mit dem neuen Coronavirus zuzieht, ist besonders gefährdet. Die Gefahr solcher Doppelinfektionen lässt sich durch entsprechende Immunisierungen leicht vermeiden. Gegen Sars-CoV-2 gibt es derzeit keinen Impfstoff.