Covid-19: WHO warnt vor Covid-Immunitätsausweisen

Covid-19: WHO warnt vor Covid-Immunitätsausweisen



Während sich immer mehr Menschen mit dem Coronavirus infizieren, beginnen Wissenschaftler, mehr über den neuen Erreger und seine Auswirkungen zu verstehen. Viele Erkenntnisse sind vorläufig und werden im Laufe der Zeit bestätigt, ergänzt oder korrigiert werden.


WHO warnt vor Covid-Immunitätsausweisen


Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht derzeit keine brauchbaren Belege dafür, dass alle Menschen nach einer durchgestandenen Infektion mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 fortan immun gegen diesen Erreger sind. Dies gelte auch, wenn sogenannte Antikörpertests anzeigen würden, dass eine Person eine Infektion durchlaufen habe. Deshalb warnt die Organisation vor sogenannten Immunitätsausweisen, die einige Regierungen ehemals Infizierten ausstellen wollen, damit diese zur Arbeit zurückkönnen. "Es gibt im Moment keinen Nachweis, dass Menschen, die sich von Covid-19 erholt und Antikörper haben, vor einer zweiten Infektion geschützt sind", heißt es in einer Mitteilung vom Freitag.


Tierversuche hatten vor einigen Wochen gezeigt, dass Affen nach durchlaufener Infektion vor dem Erreger gefeit sind. Unklar ist indes, wie lange der Schutz anhält und ob er wirklich bei jedem Individuum vollständig ist. Wenn sich jemand für immun hält, ohne dies wirklich zu sein, könnten wieder Infektionsketten losbrechen, die nur schwer zu unterbrechen sind.


So schwer wie die wissenschaftlichen Unsicherheiten zur Immunität wiegen derzeit allerdings auch noch die fehleranfälligen Testsysteme, warnt die WHO. Es gibt viele Tests auf dem Markt, deren Genauigkeit und Zuverlässigkeit müsse jedoch weiter geprüft werden. Auch wenn ein Antikörpertest anzeigt, dass ein Mensch eine Infektion durchlaufen und Antikörper gegen Sars-CoV-2 gebildet hat, sei nicht immer sicher, dass dieses Ergebnis auch wirklich stimmt. Manche Tests reagieren auch auf andere Coronaviren, die während der Erkältungssaison weit verbreitet sind. Umgekehrt können Test ein negatives Ergebnis anzeigen, obwohl der Getestete eine Infektion durchlaufen hat.





Die WHO warnt Menschen, die positiv auf das neue Coronavirus getestet wurden, vor der Annahme, sie seien immun und könnten nun die Maßnahmen ignorieren, die zur Eindämmung der Pandemie getroffen fast überall auf der Welt getroffen wurden. Immunitäs-Pässe könnten das Problem verschärfen, weil vermeintlich immune Menschen, den Erreger verbreiten. (Stand: 25.4.2020/HACH)

Telemedizin soll Corona-infizierten Patienten helfen


Zu den vielen Forschungsansätzen und Untersuchungsgegenständen rund um das Coronavirus fügt das Klinikum rechts der Isar zusammen mit der Technischen Universität einen neuen hinzu: In einer Studie soll herausgefunden werden, ob die Zahl schwerer Krankheits-Verläufe und die Todesrate unter Corona-Infizierten gesenkt werden können, wenn sie rechtzeitig ins Krankenhaus und, wenn nötig, auf die Intensivstation kommen.





Durch Telemedizin soll bei Corona-infizierten Patienten rechtzeitig festgestellt werden, wenn sich ihr Zustand so verschlechtert, dass intensivmedizinische Behandlung notwendig wird. Ein kleiner Stöpsel, der im Ohr angebracht wird.misst alle 15 Minuten die sogenannten Vitalfunktionen des Patienten misst, das sind die Körpertemperatur, die Atem- und die Herzfrequenz sowie die Sauerstoffsättigung im Blut, außerdem vier Mal täglich einen weiteren Parameter, der Auskunft über den Allgemeinzustand des Patienten gibt. Im Fall einer Verschlechterung des Zustands wird die Klinik rasch informiert.

Kann man sich mehrmals mit dem Coronavirus infizieren?



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Zu den offenen Fragen rund um das Coronavirus gehört auch die nach der Immunität der Erkrankten. Kann man sich tatsächlich für eine gewisse Zeit nicht mehr anstecken, wenn man Covid-19 erst einmal durchgemacht hat? Meldungen aus Südkorea weckten über die Osterfeiertage Zweifel an dieser Hoffnung. 91 zuvor erkrankte Menschen seien zunächst negativ und dann erneut positiv auf das Virus getestet worden, teilte die dortige Seuchenschutzbehörde KCDC mit.


Es ist nicht das erste Mal, dass Diskrepanzen bei Testergebnissen bekannt werden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO kündigte an, den Fällen nachgehen zu wollen. Sie fügte hinzu, dass es wichtig sei, bei der Probenentnahme sorgfältig vorzugehen. In der Bemerkung schwingt ein Erklärungsansatz mit, den Experten bereits bei früheren Berichten über vermeintliche Neuinfektionen ins Feld führten. Womöglich waren die Patienten nie komplett virusfrei, stattdessen könnten zwischenzeitlich die Tests dabei versagt haben, die abebbende Infektion nachzuweisen.


Die so genannten PCR-Tests detektieren Erbgut des Virus. Sie gelten als extrem zuverlässig, doch Fehler bei der Entnahme der Probe und ihrem Transport ins Labor können die Ergebnisse verfälschen. Falsch-negative Resultate scheinen vor allem gegen Ende der Symptomphase, wenn die Virusmenge in den Atemwegen schwindet, häufiger vorzukommen. Der Berliner Virologe Christian Drosten kommentierte auf Twitter, dass zu dieser Zeit Tests bei den selben Patienten mal positiv, mal negativ ausfallen könnten; da sei auch Zufall dabei. Die Gesundheitsbehörde in Südkorea bringt dagegen die Erklärung ins Spiel, dass Sars-CoV-2 bei den nun entdeckten Patienten reaktiviert worden sei. Dieses Phänomen kennt man von einigen Erregern. Das Herpes-simplex-Virus beispielsweise verbleibt ein Leben lang im Körper, löst aber nur gelegentlich die unangenehmen Lippenbläschen aus. Ob diese Entwicklung auch beim neuen Coronavirus auftreten könnte, ist offen.





Die Funde verdeutlichen jedoch, wie groß die Wissenslücken bezüglich des Ausmaßes, der Stärke und der Dauer der Immunität noch sind. Sie werfen damit neue Fragen zu Überlegungen auf, die auf eine rasche, große Immunität in der Bevölkerung abzielen, indem möglichst viele weniger gefährdete Menschen sich infizieren. Theoretisch könnten diese Menschen dann die Gefährdeteren in der Gesellschaft mit schützen. Ob diese Planspiele aber in der Praxis funktionieren, ist derzeit nicht zu bestimmen. (Stand: 14.4.2020/BEU)

Wann kommt ein Medikament gegen Covid-19?


Der Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Karl Broich, hat die Einschätzung von Experten bestätigt, dass es noch in diesem Jahr eine Zulassung für Covid-19-Medikamente geben könnte. "Ich gehe davon aus, dass wir bis zum Spätsommer die ersten belastbaren Ergebnisse aus den derzeit laufenden Studien bekommen", sagte Broich dem General-Anzeiger aus Bonn. "Wenn die Daten es hergeben, bin ich sehr zuversichtlich, dass wir noch in diesem Jahr eine Zulassung erteilen können."


Derzeit gebe es für kein Arzneimittel ausreichende Wirksamkeitsbelege, betonte er auch. Positive Hinweise etwa bei Remdesivir seien mit Fragezeichen versehen. Besonders schwer erkrankte Corona-Patienten dürfen künftig dennoch mit dem noch nicht zugelassenen Wirkstoff Remdesivir behandelt werden, wenn alle anderen Mittel versagt haben.


Die Entwicklung eines gänzlich neuen Arzneimittels zur Behandlung spezifischer Infektionen nimmt üblicherweise mehrere Jahre in Anspruch. Vor allem die klinischen Studien an Menschen sind sehr aufwendig. Derzeit konzentrieren sich viele Ansätze daher auf Medikamente, die sich bereits in der Entwicklung für andere Erkrankungen befinden oder sogar schon für andere Bereiche zugelassen sind. Ihr Einsatz könnte schneller erfolgen als bei der Entwicklung eines neuen Wirkstoffs. (Stand: 11.4.2020/hum)

Forscher empfehlen weitere zwei Wochen Kontaktsperre


Nach Berechnungen Göttinger Forscher zeigen die Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 Wirkung. Um die Epidemie in den Griff zu bekommen, müssten sie aber noch etwa zwei Wochen lang andauern, schreiben die Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation. Sie haben simuliert, wie sich die Infektionen in Deutschland unter verschiedenen Szenarien entwickeln würden.





Auf dieser Basis kommen die Forscher zu dem Schluss, dass die jetzt geltende massive Einschränkung des öffentlichen Lebens eine Wende im Infektionsgeschehen ermöglicht hat. Mit den Maßnahmen sei es gelungen, die exponentielle Ausbreitung von Covid-19 zu brechen. Erst die weitreichenden Kontaktverbote führen demnach dazu, dass sich immer weniger Menschen neu mit dem Coronavirus anstecken. Weniger drastische Maßnahmen würden die Zahl der Neuinfektionen weiter wachsen lassen - wenngleich langsamer als ohne jede Einschränkung.


Aus ihrem Modell leiten die Forscher auch ab, dass die Kontaktsperren noch einige Zeit notwendig sind. "Wenn jetzt die Beschränkungen aufgehoben werden, sind wir wieder ganz am Anfang", sagt Studienautorin Viola Priesemann. Würden dagegen die Regeln in den kommenden zwei Wochen weiter sehr sorgfältig eingehalten, könnte es im besten Szenario bald nur noch einige Hundert neue Fälle pro Tag geben. Unter Umständen könnte man die Infizierten und ihre Kontaktpersonen dann sehr schnell identifizieren und isolieren.


Die Forscher haben auch modelliert, wie sich die Gesamtzahl aller Infizierten entwickeln würde. Wären gar keine Maßnahmen ergriffen worden, hätte die Zahl der bestätigten Fälle bereits Ende März die Marke von 200 000 überschritten und wäre danach weiter steil angestiegen. Wäre es allein bei den ersten Einschränkungen geblieben, die vor allem ein Verbot von Großveranstaltungen und Stadionbesuchen beinhalteten, würde man ungefähr zum jetzigen Zeitpunkt 200 000 bestätigte Infektionen zählen. Rechnet man die Effekte der anschließend verfügten Kita-, Schul- und Ladenschließungen hinzu, würde der Verlauf weiter verlangsamt. Die Zahl von 200 000 Fällen wäre erst um den 19. April herum überschritten.


Mit den jetzt geltenden weitreichenden Kontaktverboten aber wird die Marke vorerst gar nicht erreicht, prognostizieren die MPG-Forscher. Derzeit haben sich laut Robert-Koch-Institut fast 110 000 Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert. Die Studie ist auf einem Preprint-Server veröffentlicht und noch nicht von unbeteiligten Wissenschaftlern begutachtet worden.(Stand:09.04.2020/BEU)





Katze steckt sich bei Menschen mit dem Coronavirus an


Eine Katze hat sich in Belgien bei einem Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Von dem Fall berichtet die belgische Behörde für Lebensmittelsicherheit AFSCA auf ihrer Webseite. Bisher gebe es aber keine Hinweise, dass sich das Virus von Haustieren auf Menschen oder auf andere Tiere übertrage.


Die Katze in Belgien und zwei Hunde in Hongkong seien die einzige bekannten Fälle, bei denen sich Haustiere bei infizierten Menschen angesteckt hätten. Die Hunde hätten keine Symptome gezeigt, die Katze aber habe vorübergehend Atem- und Verdauungsbeschwerden gehabt. Im New Yorker Zoo wurden einige Raubkatzen postiv auf das Virus gestestet. Die Tiere zeigten Symptome und hatten sich offenbar bei einem Tierpfleger angesteckt. (Stand: 6.4.2020)

Unikliniken gemeinsam gegen Covid-19


Ein neues Bündnis der deutschen Universitätskliniken soll im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie die Patientenversorgung optimieren und sowohl die Entwicklung der Diagnostik, als auch Studien an Medikamenten gegen Covid-19 vorantreiben. Auf Initiative des Charité-Vorstandsvorsitzenden Hajo Kroemer und Christian Drosten, der an der Charité die Virologie leitet, hat Kanzlerin Angela Merkel das Bundesministerium für Bildung und Forschung dazu veranlasst, noch in diesem Jahr 100 Millionen Euro für die nötigen Strukturen eines solchen Bündnisses zur Verfügung zu stellen. 2021 werden weitere 50 Millionen in das geplante Netzwerk fließen. Das gab Bundesforschungsministerin Anja Karliczek am Donnerstag in Berlin bekannt.


Nach Aussage von Drosten und Kroemer spielen die 38 großen Universitätskliniken in Deutschland in der Bewältigung der Covid-19-Krise bereits eine Schlüsselrolle, da sie einerseits der spezialisierten Forschung, andererseits aber auch den Patienten nahe stünden. Außerdem würden an den Krankenhäusern der Universitäten substanzielle Kapazitäten für die Behandlung von Erkrankten geschaffen. Man stehe zudem im engen Austausch mit den nichtuniversitären Kliniken der jeweiligen Region.


Als ein zentrales wissenschaftliches Ziel nannte Drosten das sogenannte Repurposing von bereits für andere Erkrankungen zugelassenen Medikamenten, die möglicherweise gegen das neue Virus wirksam sein könnten. Diese Arzneien sollen auch innerhalb des Netzwerks gezielt geprüft werden. "Es gibt keine andere Rettung aus dieser Situation als diese pragmatische Forschung", sagte Drosten. Wann ein Impfstoff verfügbar sein werde, ist Drosten zufolge derzeit noch nicht vorherzusagen. Auch die deutschen Forschungsorganisationen sollen sich mit ihren spezialisierten Instituten dem Bündnis anschließen. "Es könnte das erste Mal sein, dass wir alle Kräfte in der Biomedizin hinter ein Thema bekommen", sagte Kroemer. (Stand: 26.03.2020/ZINT)


Vorsicht vor gefälschten Arzneien gegen Covid-19


Die Europäische Medikamenten-Aufsicht EMA warnt vor dem Kauf angeblich verfügbarer Arzneimittel für die Behandlung von - oder den Schutz vor - Infektionen mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2. Nach Aussage der Behörde zielten unregistrierte Online-Apotheken und andere Verkäufer derzeit darauf ab, die "Ängste und Sorgen während der laufenden Pandemie mit dem neuen Erreger auszunutzen". Dabei werde oft versprochen, den Kunden Zugang zu ansonsten nicht oder nur schwer zugänglichen Medikamenten zu verschaffen, die derzeit auch im Zusammenhang mit geplanten Studien zu Covid-19 genannt werden. Dazu gehört zum Beispiel das Malariamittel Chloroquin.


Derzeit ist jedoch kein Medikament für die Behandlung einer Infektion mit dem neuen Coronavirus zugelassen, geschweige denn zum Schutz vor einer solchen. Es gibt derzeit auch noch keine wissenschaftlich belastbaren Hinweise darauf, dass verfügbare Arzneien wie Chloroquin, die für andere Erkrankungen entwickelt wurden und deshalb verfügbar sind, gegen den Erreger wirken. Zwar sind zahlreiche Patientenstudien geplant oder begonnen worden, um baldmöglichst einen effektiven Wirkstoff zu finden. Er könnte dann unter ärztlicher Aufsicht in der klinischen Therapie eingesetzt werden. Zu den Kandidaten zählen neben dem wenig aussichtsreichen Chloroquin etwa das Ebola-Medikament Remdesivir oder Mittel, die in der Behandlung von HIV-Infektionen genutzt werden. Es wird jedoch Wochen bis Monate dauern, bis Erkenntnisse aus den Studien vorliegen. Für die Bevölkerung bleibt es unterdessen bei den inzwischen oft kommunizierten Schutzmaßnahmen wie Handhygiene und einem weitestgehenden Verzicht auf persönliche Kontakte mit Menschen außerhalb des eigenen Haushalts.


Die EMA weist darauf hin, dass legale Online-Apotheken anhand eines europaweit einheitlichen Logos erkennbar sind. Das weiße Kreuz auf einem grau-grün gestreiften Hintergrund muss auf der Website der Apotheke zu sehen sein. Es ist anklickbar und führt auf die Liste registrierter Online-Apotheken in den jeweiligen Ländern. Es wird empfohlen, auch bei Käufen anderer Medikamente im Internet zu prüfen, ob die Seite registriert ist. Laut EMA ist die Wahrscheinlichkeit sonst sehr hoch, an gefälschte Arzneien zu geraten, die bestenfalls wirkungslos, oft aber sogar schädlich sein können.(Stand: 25.03.2020/ZINT)


Desinfektion für die Psyche


Ein Roboter, der durch ein Wohnviertel im chinesischen Wuhan fährt und Reinigungsmittel in alle Richtungen zerstäubt. Busse in Kolumbien, die großflächig abgewaschen und dekontaminiert werden. Eine Moschee im Gaza-Streifen, von deren Wänden Staub gepustet wird. Das Netz ist derzeit voll mit Bildern von solchen Aktionen: Arbeiter in Schutzanzügen und Atemschutzmasken, die öffentliche Plätze, Verkehrsmittel, Hauswände und sogar Statuen desinfizieren, um die Verbreitung des Coronavirus zu bremsen.


Sinnvoll dürften die Reinemach-Aktionen eher selten sein. "Bei einem aerogen übertragenen Erreger, der kaum über Kontakte mit kontaminierte Flächen übertragen wird, dient eine solche öffentliche Desinfizierung nur der psychischen Beruhigung", sagt Andreas Podbielski, Chef des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene an der Universität Rostock. Zwar zeigen Experimente, dass der Erreger Sars-CoV-2 bis zu drei Tagen auf Oberflächen wie Edelstahl und Kunststoff übersteht. Allerdings gehen Experten wie der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité davon aus, dass sich das Virus vorrangig über die Luft verbreitet, etwa infolge von Husten oder Niesen infizierter Personen.


Das massenhafte Versprühen von Desinfektionsmittel sei in doppelter Hinsicht problematisch, so Podbielski. Zum einen seien die Mittel auch schädlich für die Atemwege. Zum anderen fehlten sie dann an anderer Stelle, wo sie dringender gebraucht würden - etwa im Krankenhaus. Zudem sei bei einer Besprühung von Wänden oder Plätzen fraglich, ob die Mittel überhaupt dort ankämen, wo sie gebraucht würden. "Das landet ja nicht mal dort, wo jemand hinfasst", sagt der Hygieniker. Besser sei es, Griffflächen wie Türklinken oder Haltestangen in Bussen ganz gezielt abzuwischen.


Dennoch ist Sauberkeit wichtig, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Hierzu zählt zunächst persönliche Hygiene, wie etwa das regelmäßige Händewaschen für mehr als 20 Sekunden mit warmem Wasser und Seife. Auch die Reinigung von viel frequentierten Orten wie Einkaufszentren oder Flughäfen ist ratsam - nicht nur aufgrund der Corona-Pandemie, sondern um die Verbreitung aller Krankheitserreger zu erschweren. Arbeitgeber sollten zudem darauf achten, dass häufig benutzte Flächen wie Aufzugknöpfe regelmäßig gesäubert werden.(Stand: 20.03.2020/CVEI)

Klinischer Test für Impfstoff startet in den USA


Etliche Labore weltweit forschen derzeit an Impfstoffen gegen Covid-19. In den USA hat jetzt erstmals ein Freiwilliger testweise eine mögliche Schutzimpfung gespritzt bekommen. Das sei Teil der ersten Phase des klinischen Tests an einem Forschungsinstitut in der nordwestlichen Metropole Seattle, teilten die zum US-Gesundheitsministerium gehörenden National Institutes of Health (NIH) mit. 45 gesunde freiwillige Teilnehmer zwischen 18 und 55 sollen in den kommenden Wochen an dem Test teilnehmen.


Der Impfstoff namens "mRNA-1273" wird gemeinsam mit der privaten Biotechnologie-Firma Moderna entwickelt. Die erste Testphase habe in "Rekordzeit" gestartet werden können, sagte Anthony Fauci, Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten. Der gesamte Prozess der Entwicklung eines Impfstoffes wird Fauci zufolge trotzdem voraussichtlich mindestens ein bis anderthalb Jahre dauern. (Stand: 16.3.2020)

Pneumokokken-Impfung schützt die Lunge


Menschen ab 60 Jahren sollen sich gegen Pneumokokken impfen lassen, die Lungenentzündungen auslösen können, so der Rat von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag in Berlin. Hintergrund ist, dass es in Erwartung weiterer Ansteckungen mit dem Coronavirus darum geht, die Komplikationen einer Infektion möglichst abzumildern. Bekanntlich sind Menschen mit chronischen Erkrankungen ("Vorerkrankungen") besonders gefährdet, da ihr Organismus schon belastet ist und ihr Immunsystem beeinträchtigt. Dies gilt besonders für Patienten mit Lungenerkrankungen, denn deren Bronchien und Lungenbläschen sind bereits angegriffen und oftmals verdickt, was den Gasaustausch sowieso schon erschwert. Kommt eine durch das Virus Sars-CoV-2 ausgelöste Lungenentzündung hinzu, kann diese ebenso kritisch verlaufen wie eine solche Erkrankung bei Menschen mit Asthma, Chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) oder anderen Leiden der Atemwege. Auch für Raucher wäre es jetzt ein passender Zeitpunkt, um mit ihrer Gewohnheit aufzuhören.


Um in Zeiten von Corona solche zusätzlichen Belastungen für die Lunge zu vermeiden, hat Spahn zu der Impfung geraten. Dies wird bereits seit 2006 von der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Kleinkinder, Menschen jenseits der 60 und chronisch Kranke empfohlen. Pneumokokken sind Bakterien, die per Tröpfcheninfektion übertragen werden und gelten als häufigster Erreger einer Lungenentzündung. Etwa ein Viertel bis fast die Hälfte dieser Erkrankungen werden durch Pneumokokken ausgelöst.


Zumeist wird die Impfung gut vertragen. Wie für alle Impfungen gilt auch für jene gegen Pneumokokken, dass sie nicht während einer akuten Erkrankung oder einem fiebrigen Infekt gegeben werden sollte. (Stand: 09.03.2020/BART)