Extrakt aus der Cannabispflanze: CBD im Fokus der Schulmedizin

Extrakt aus der Cannabispflanze: CBD im Fokus der Schulmedizin

Nachdem die Schweiz im Jahre 2017 CBD (Cannabidiol) legalisiert hat, ist der Wirkstoff verstärkt in den Fokus der Schulmedizin gerückt. CBD ist ein Extrakt der Cannabispflanze. Anders als das Cannabinoid THC geht von CBD aber keine berauschende Wirkung aus. Vielmehr ist CBD der Gegenspieler von THC, was vor allem daran liegt, dass CBD mit THC um den Einfluss auf den Cannabinoid-Rezeptor vom Typ 1 konkurriert. Cannabinoide sind somit keine Rauschmittel. Sie besitzen vielmehr eine Heilwirkung. Dies ist der Anlass dafür, warum vor allem an CBD, dem wichtigsten von 113 bekannten Phytocannabinoiden, derzeit so intensiv geforscht wird. Das Interesse für CBD reiht sich in einen aktuellen Trend der Schulmedizin ein, sich allmählich vom pauschalen Drogentabu zu lösen, das im 20. Jahrhundert so lange wichtige Entwicklungslinien blockiert hat. Dadurch sollen Sackgassen aufgebrochen werden, da die offizielle Medizin seit Jahrzehnten bei vielen Erkrankungen nicht weiterkommt. Speziell die Hanfpflanze wurde im Rahmen dieser Entwicklung in vielen Ländern rehabilitiert und der kontrollierte Anbau von Nutzhanf zugelassen.

Flavonoide und Terpene


Die Wirkung von CBD erklärt sich vor allem durch seinen Einfluss auf wichtige Rezeptoren im Zentralen Nervensystem (ZNS) und Rückenmark. Dazu wird in diesem Artikel später noch die Rede sein. Die Effektivität von CBD kann aber auch direkt durch die in den Cannabinoiden enthaltenen Substanzen erklärt werden. So ist es zunächst wichtig zu wissen, dass dem CBD im Cannabisöl aus gutem Grund noch weitere Cannabinoide wie CBG, CBC und CBN beigemengt sind. CBG wirkt vor allem gegen Bakterien und Krebs, CBC gegen Schmerzen und Entzündungen sowie CBN gegen Schlafstörungen und Schmerzen. Es lohnt sich also, beim Kauf von Cannabisöl auf die enthaltenen Cannabinoide zu achten.

Zudem enthält CBD mehrere Pflanzenöle (Terpene), die wiederum auf mannigfaltige Weise ihre Heilkraft versprühen. Myrcene helfen gegen Entzündungen, Limonen gegen Pilze und Ängste, Humulene gegen Schmerzen, Linalool gegen Schmerzen und Krämpfe, Pinene erweitern die Bronchien und Caryophyllene unterstützen bei Schlafstörungen und als Antioxidans gegen Freie Radikale. Die Flavonoide und damit die Blütenfarbstoffe sind wiederum gegen Entzündungen, Allergien, Viren, Mikroben und Krebs nützlich und helfen bei der Stärkung des Immunsystems.

Der Kunde hat die Wahl: die CBD Einnahme


Generell gibt es viele Möglichkeiten, CBD einzunehmen. In der Schweiz sind die CBD-Zigaretten begehrt, die schachtelweise angeboten werden, wobei sich CBD auch als Vaporizer in Form von E-Zigaretten anbietet. Der gesundheitsschädliche Einfluss des Rauchens lässt sich damit aber nicht beseitigen. Nutzer haben aber auch die Möglichkeit, CBD als Salbe oder Paste in der Drogerie zu erstehen. Auf diese Weise kommen die hautfördenden Eigenschaften des Cannabidiols als Anti-Ager am besten zur Geltung. Eher ganzheitlich wirkt CBD, wenn es als Tablette oder Kapsel geschluckt wird. Die Wirkung tritt dann allerdings erst in bis zu zwei Stunden ein, weil die Resorption erst über den Stoffwechsel geschieht.


Am beliebtesten ist schließlich die Einnahme von Cannabisöl, das unter die Zunge (sublingual) geträufelt wird. Nach 30 bis 60 Sekunden hat die Mundschleimhaut die Wirkstoffe aufgenommen und die CBD Wirkung tritt augenblicklich ein. Wer Cannabisöl kaufen und sich dafür die Meinungen Dritter einholen möchte, findet im Internet Rezensionen von Kunden, die von ihren CBD Öl Erfahrungen berichten. Wie bei allen Bewertungen im Netz braucht der Leser ein Gespür dafür, zwischen den Zeilen zu lesen, um zu erkennen, was authentisch und was gefaked ist.

CBD und das Endocannabinoidsystem


CBD wirkt höchst unterschiedlich über mehrere Rezeptoren. Kardinal für den Wirkkomplex ist vermutlich die antagonistische Interaktion mit dem Endocannabinoid-System (ES), wobei die Vorsilbe „endo“ für endogen und damit körpereigen steht. Damit wird ausgedrückt, dass dieses System im menschlichen Körper bereits existiert, was nicht heißt, dass es nicht empfänglich für eine Stimulation bzw. eine Korrektur ist.

Obwohl das ES bereits Mitte der 1960er Jahre entdeckt werden konnte, wurden erst in dem Jahre 1988 anhand von Rattenversuchen Beweise für seine Existenz erbracht. Bekannt sind derzeit nur die Rezeptortypen 1 und 2 des ES. Es wird aber vermutet, dass noch weitere Endocannabinoidsysteme im menschlichen Körper existieren, sodass Molekularbiologen, Mediziner und andere Wissenschaftler derzeit umfangreiche Forschungen zu diesem Thema anstrengen.

Das ES ist an zentralen Schaltstellen im menschlichen Körper beteiligt und reguliert unter anderem das Abwehrsystem, das Schmerzempfinden, die Ängste, den Schlaf, den Appetit, den Knochenstoffwechsel und die Körpertemperatur. Hier ist die mögliche Wirkung von CBD auf den Konsumenten am stärksten. Die gewünschte Wirkung kann allerdings nur erfolgen, wenn Defizite in einem der genannten Bereiche mit einem Mangel im ES selbst in Beziehung stehen. Auch hier ist CBD also kein Wundermittel, sondern wie jedes Medikament an das Schlüssel-Schloss-Prinzip gebunden, was bedeutet: Es kann helfen, muss aber nicht.


CBD und der GPR55-Rezeptor


Bedeutend für die CBD Wirkung ist auch sein Einfluss auf den Rezeptor GPR 55. Dieser wurde erst in dem Jahre 2007 entdeckt und steht im Verdacht, vielleicht der viel gesuchte Endocannabinoid-Rezeptor Typ 3 zu sein. Sein Einfluss auf die menschliche Funktionsfähigkeit ist grundsätzlicher Natur, denn das G steht für Guanin und damit für eine der vier bzw. fünf organischen Basen der DNA/RNA. Darüber hinaus ist Guanin in anderen wichtigen Molekülen wie dem Guanosintriphosphat (GTP) enthalten.

Der GPR5-Rezeptor dient der Erhaltung des Stoffwechsel-Gleichgewichts und steuert den Appetit, die Insulinsekretion sowie die gastrointestinale Motilität. Der Gastrointestinaltrakt koordiniert den Transport von Inhaltsstoffen, die auf die Resorption der Darmflora angewiesen sind und steuert die mechanische Zerkleinerung der Nahrung sowie ihre Durchmischung mit den Verdauungssäften. Ein Defizit der gastrointestinalen Motilität kann verschiedene Erkrankungen des Magendarmtraktes wie das Reizdarmsyndrom auslösen.

Vorsicht ist allerdings hinsichtlich der Wirkung von CBD gegen Krebs geboten. Zwar haben einige Studien nachgewiesen, dass CBD in der Lage dazu ist, im richtigen Moment einen programmierten Zelltod von Krebszellen auszulösen. Eine Überaktivität des GPR55-Rezeptors zum Beispiel durch einen hohen Konsum von CBD kann allerdings nach anderen Studien sogar die Produktion von Krebszellen provozieren.


CBD und die Vanilloide


Schmerzen sind nicht grundsätzlich schlecht, sondern haben die Funktion, uns vor Krankheiten und Verletzungen zu warnen. Deshalb ist die Analgesie, das heißt die Unmöglichkeit, Schmerzen zu empfinden, kein Segen, sondern eine Krankheit infolge einer Genmutation. Wenn der Schmerz aber situationsunabhängig auftritt, wird er zu einer ständigen Qual, die angegangen werden sollte.

Die Wirkung von CBD gegen Schmerzen hängt mit der Wechselwirkung auf den Vanniloid-Rezeptor Typ 1 und damit auf das Schmerzsystem des Menschen zusammen. Viele Schmerztabletten bedienen deshalb ebenfalls den VR1. Der VR1 ist übrigens auch für das Erkennen von Schärfe verantwortlich, was eine Erklärung dafür ist, dass Schärfe kein Geschmack, sondern ein Reiz der Geschmacksnerven ist. Die Wirkung von CBD auf den VR2 ist wiederum für die positive Wirkung von CBD auf den Krebs verantwortlich. Wie beschrieben, ist an dieser Stelle allerdings Vorsicht geboten, weil die Beziehung zwischen CBD und dem GPR55-Rezeptor bezüglich von Krebs einen negativen Effekt hat. 

Weitere Wirkungen von CBD

Andere bekannte Rezeptoren, die durch CBD stimuliert werden, sind GPR3 und GPR 6. Diese sind für die Wirkung von CBD gegen Alzheimer verantwortlich. Der Einfluss auf die Opiod-Rezeptoren geht wiederum mit einem Stressabbau einher. Schließlich dockt das CBD Extrakt an den 5-HT1A-Rezeptor an, womit wir bei den psychischen Effekten von CBD wären. Denn durch 5-HT1A wird die Ausschüttung des Glückshormons Serotonins gefördert. Dieses spielt eine wichtige Rolle bei der Erzeugung einer guten Stimmung, aber auch beim Lernen (Gedächtnis), der Körpertemperatur, dem Appetit und allgemein bei kognitiven Prozessen. Außerdem interagiert CBD mit den Botenstoffen Dopamin und Noradrenalin, was ebenfalls zu einem besseren Wohlbefinden und einer besseren Motivation beiträgt. Zudem bewirkt Adenosin die Erweiterung der Blutgefäße und verbessert damit die Durchblutung. Die durch den CBD Konsum bedingte Erhöhung der Anandamid-Konzentration steht wiederum mit dem Einsatz von CBD gegen Schizophrenien in Verbindung. Auch hier zeigten diverse Studien ermutigende Signale. 

Welche Krankheiten können durch CBD gelindert werden? 

Insgesamt ist das Wirkspektrum der Heilpflanze erfreulich vielfältig. Die Auswirkungen von CBD lassen sich als entkrampfend, entspannend, antientzündlich, schmerzstillend, antioxidativ, antikarzogen, zellschützend und beruhigend zusammenfassen. Dies bedingt eine mögliche Wirkung von CBD gegen unzählige Erkrankungen, unter denen sich so verschiedenartige wie Alzheimer, Fibromyalgie, Epilepsie, Hepatitis, Rheuma, Sepsis, Diabetes und Morbus Crohn befinden. Im Bereich der psychischen Störungen eignet sich CBD als Versuch gegen Ängste, Zwänge, Depressionen, Unruhe und Schlafstörungen. Zudem sind auch Effekte gegen Psychosen und dem Posttraumatischen Belastungssyndrom (PTBS) nachgewiesen.


CBD kann als Appetitzügler bei Diäten eine Unterstützung sein. Und Sportler profitieren von der Entspannungshilfe für die Muskulatur bei der Regeneration. Als Anti-Ager hilft CBD bei der Zellverjüngung und kann deshalb sowie aufgrund der Förderung der Talgproduktion gegen Hautkrankheiten wie Akne und Neurodermitis ebenso wirken wie generell bei der Erzeugung eines glänzenderen Hautbildes unterstützen.  Ein weiterer möglicher Einsatz von CBD stellt die Rauchentwöhnung dar, wobei die Frage im Raum steht, wie CBD generell im Suchtsystem des menschlichen Gehirns und damit gegen Süchte wirken kann.


Mögliche CBD Öl Nebenwirkungen


Das Nebenwirkungsprofil von CBD ist insgesamt günstig. Gelegentlich berichten Nutzer von Müdigkeit, Mundtrockenheit, Benommenheit, niedrigem Blutdruck und erhöhtem Augeninnendruck. Schwangeren ist von einer CBD Einnahme abzuraten, weil CBD die Schutzschicht der Plazenta auflösen kann. Schließlich kann CBD die Wirkung von einigen Medikamenten bei gleichzeitiger Einnahme verzögern oder beschleunigen.