Was Mutationen von Sars-Cov-2 bedeuten – und was nicht

Was Mutationen von Sars-Cov-2 bedeuten – und was nicht

Bei Viren kommt es wie bei der Vermehrung aller Zellen immer mal wieder zu Veränderungen im Erbgut, also zu Mutationen. Bei Coronaviren passiert dies selten: Verfolgen Forscher eine Infektionskette, also die Übertragung des Virus von einem Menschen zu einem nächsten, sehen sie bei Coronaviren rund zwei Mutationen pro Monat.

Doch beim Vergleich der Gensequenzen kann es schnell zu Spekulationen und falschen Interpretationen kommen. Das Erbgut einer der beiden in Italien verbreiteten Mutationen ähnelt dem Erbgut des Virus, mit dem sich der erste deutsche Patient im Januar infizierte. Zur Erinnerung: Der Mann hatte sich bei einer Kollegin aus China angesteckt. Aus der Ähnlichkeit zwischen dem Virus in Bayern und dem in Italien folgerten einige Forscher und Medien: Sars-Cov-2 kam offenbar von Deutschland nach Italien.

Die Spekulationen im Netz reichten schnell noch viel weiter: Hatten die Behörden in Bayern bei ihrer Suche nach Kontakten des deutschen „Patienten 1“ etwa nicht alle Infizierten aufgespürt, hatte einer von ihnen das Virus bei einer Reise mit in den Süden genommen?