Zwei Hausstände: Wer darf sich laut Corona-Lockerung jetzt alles treffen?

Zwei Hausstände: Wer darf sich laut Corona-Lockerung jetzt alles treffen?

07. Mai 2020 - 19:08 Uhr




Sehnsucht nach großen Familientreffen

Nachdem bei den Lockerungen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zwar das Kontaktverbot verlängert wurde, aber gleichzeitig erlaubt wurde, dass sich jetzt zwei Hausstände treffen können, fragen sich viele: Was muss ich denn jetzt konkret darunter verstehen? Muttertag steht vor der Türe und die Sehnsucht nach einem großen Familientreffen ist groß. Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia, hat uns erklärt, wie die Regelung aufgefasst werden muss.

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Jeden Tag eine andere Familie treffen?

Zwei Hausstände, also Bewohner eines gemeinsamen Haushaltes, dürfen sich nach den neuen Corona-Lockerungen nun wieder treffen. So weit so gut, aber heißt das jetzt, dass ich mich jeden Tag mit einer anderen Familie oder mit den Bewohnern einer anderen Wohngemeinschaft treffen kann? "Das ist tatsächlich etwas widersprüchlich formuliert", sagt Hygieniker Dr. Zinn. "Die Idee ist natürlich einerseits, dass wir wieder ein bisschen mehr normales Leben haben können." Damit sei aber ganz sicher nicht gemeint, dass jetzt jeden Abend mit der gesamten Straße beim gemeinsamen Abendessen gefeiert werde, so der Experte.

Das Wichtige dabei ist: "Wir wollen versuchen, dass wir nicht zu viele Menschen aufeinander kommen lassen." Ein deutscher Haushalt habe normalerweise zwischen drei und vier Mitgliedern und wenn da sieben Menschen zusammenkommen, könne man eben auch noch Distanz halten.



„Werden sehen, ob das nach hinten losgeht“

Macht es denn aus epidemiologischer Sicht Sinn, dass jetzt doch wieder eine solche Anzahl Menschen regelmäßig zusammenkommen kann? "Es ist schwierig", räumt der Hygieniker ein. "Wir werden sehen, ob das nach hinten losgeht." Aber wenn Restaurants wieder eröffnen und Kinder wieder in die Schule dürfen - dann sollte das auch möglich sein, wenn wir uns alle vernünftig verhalten, so der Experte.



Keiner will jetzt eine Rolle rückwärts

Jetzt steht Muttertag vor der Türe und viele Familien werden sich treffen wollen. Da kommen mit den Eltern, Kindern, Großeltern, Geschwistern, Tanten und Onkels und Cousins und Cousinen doch eine Menge Menschen zusammen. Sollten wir da nicht eher Vorsicht walten lassen und die Anzahl der gleichzeitigen Gäste nicht lieber reduzieren - auch wenn es hart ist? "Auf jeden Fall", betont Dr. Zinn, "ich fahre ja auch keine 250 km/h auf einer Autobahn, auf der es keine Geschwindigkeitsbegrenzung gibt, wenn es nass ist!" Sein dringender Appell: die Älteren und die Schwächeren schützen, Abstand halten und die Kinder instruieren. "Der Preis ist heiß", sagt er. "Und wer hat jetzt schon Lust auf eine Rolle rückwärts?"


Im Übrigen rät der Experte allen Familien, Freunden und Nachbarn, sich bei dem schönen Wetter möglichst draußen zu treffen: "Im Garten oder auf dem Balkon - und immer die Möglichkeit zu einem ausreichenden Abstand bedenken."



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